Vernetzt über die Gebäudeautomation hinaus

Bibliothek, Arztpraxen und Wohnungen unter einem Dach: An der Bergstrasse 137 in Ütikon treffen auf rund 1'200 Quadratmetern drei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Gebäude ist überschaubar, die Anforderungen dahinter sind es nicht. Denn jede Nutzung bringt ihre eigenen Ansprüche mit – an Komfort und Gebäudetechnik ebenso wie an Energie und Abrechnung. Doch wie bringt man all diese Anforderungen unter ein Dach, ohne für jede davon eine eigene technische Welt zu schaffen?

Ihre Vorteile

  • Gebäudeautomation und Energiedienstleistungen aus einer Hand
  • Transparente Erfassung und Zuordnung von Strom-, Wärme- und Wasserverbräuchen
  • Zentrale Überwachung der Gebäudetechnik mit saturn inklusive Alarmmanagement
  • Durchgängige Lösung von der Raum- und Anlagenautomation bis zur Energieabrechnung
  • Technisch vorbereitet für die spätere Einbindung von E-Mobility

Ausgangslage: Klein in der Fläche, gross in den Anforderungen

Morgens öffnet die Bibliothek ihre Türen. Ein Stockwerk höher beginnt der Praxisbetrieb, darüber der Alltag von vier Wohnparteien. Auf wenigen Etagen treffen damit ganz unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander: Was für die einen ein öffentlicher Begegnungsort ist, ist für die anderen Arbeitsplatz oder Zuhause.

Was diese Nutzungsmischung für Medpension bedeutete, beschreibt Lisa Ziegler, Projektleiterin Immobilien, so: «Mit rund 1'200 Quadratmetern Hauptnutzfläche ist das Gebäude relativ klein. Gleichzeitig treffen hier drei unterschiedliche Nutzungen aufeinander: Gemeindebibliothek, Arztpraxen und Wohnungen. Diese Vielfalt machte das Projekt besonders anspruchsvoll.»

Technisch ging es dabei um weit mehr als Komfort und eine zuverlässige Regelung. Ebenso wichtig war Transparenz beim Energieverbrauch: Strom, Wärme und Kaltwasser sollten erfasst, den jeweiligen Nutzungseinheiten zugeordnet und für die Abrechnung bereitgestellt werden. Damit trafen Gebäudetechnik, Energieerfassung und Abrechnung aufeinander. Aus klassischer Gebäudeautomation wurde eine Integrationsaufgabe.

«Wichtig war für uns die enge und offene Zusammenarbeit während der Planung und Realisierung.»
Lisa Ziegler, Projektleiterin Immobilien, Medpension

Lösung: Von der Automation zur Gesamtlösung

An der Bergstrasse 137 in Ütikon am See reicht die technische Vernetzung vom einzelnen Raum bis zur zentralen Übersicht über das Gebäude. In den Räumen übernimmt KNX die Raumautomation, während Beckhoff die Anlagen steuert. Direkt an den Anlagen kommen Feldgeräte von Belimo zum Einsatz. Ergänzt wird die Automation durch eine Sommerkühlung über Kühldecken.

Was an vielen Stellen im Gebäude geschieht, wird im Gebäudeleitsystem saturn zentral sichtbar. Hier lassen sich Anlagen und Betriebszustände überwachen und auftretende Störungen über das integrierte Alarmmanagement erkennen. 288 I/O-Datenpunkte und 88 KNX-Datenpunkte vermitteln einen Eindruck davon, wie viel Technik dafür im Hintergrund zusammenspielt.

Bei drei so unterschiedlichen Nutzungen endet die Aufgabe nicht bei der Gebäudetechnik. Denn was unter einem Dach zusammenkommt, muss beim Energieverbrauch wieder auseinandergehalten werden. 12 Elektrozähler, 17 Wasserzähler und 15 Wärmezähler liefern dafür die Verbrauchsdaten. Für Warmwasser, Heizung und Kaltwasser kommen dabei auch Hybridzähler zum Einsatz.

Von den Zählern gelangen die Verbrauchsdaten über Modbus und M-Bus in das Gebäudeleitsystem saturn. Dort werden die Verbräuche zentral sichtbar und den jeweiligen Bereichen zugeordnet. Die erfassten Daten bilden zugleich die Grundlage für die Abrechnung über den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und die verbrauchsabhängige Energie- und Wasserkostenabrechnung (VEWA).

Eine solche Verzahnung verlangt auch im Projekt eine enge Abstimmung. Genau darauf kam es für Lisa Ziegler an: «Wichtig war für uns, genau zu definieren, was das Gebäude benötigt und wie es ausgestattet sein soll. Ebenso wichtig war die enge und offene Zusammenarbeit während der Planung und Realisierung.»

Gleichzeitig bleibt die Lösung offen für das, was später hinzukommt. E-Mobility ist bereits vorbereitet: Noch gibt es keine Ladestationen, Lastmanagement und Energiedatenerfassung sind für deren spätere Einbindung jedoch vorgesehen.

Für Medpension zählt schliesslich, was die Lösung im laufenden Betrieb ermöglicht: «Langfristig möchten wir bei Störungen oder veränderten Anforderungen möglichst effizient reagieren können. Der Zugriff auf die Gebäudedaten von aussen hilft uns dabei. Die Daten sind für uns eine wichtige Grundlage, um das Gebäude möglichst energieeffizient zu betreiben.»

Fazit: Drei Welten. Eine Lösung.

Die Bergstrasse 137 zeigt, welchen Unterschied es macht, wenn Gebäudetechnik und Energie zusammengedacht werden: Die vielen technischen und energetischen Anforderungen verschwinden nicht – aber ihre Komplexität bleibt dort, wo sie hingehört: im Hintergrund. Für Medpension entsteht so eine vernetzte Lösung, die im Betrieb Übersicht schafft und zugleich offen für künftige Erweiterungen bleibt.

So unterschiedlich die Nutzungen auch sind, technisch laufen die Fäden zusammen. Unten wird gelesen, in der Mitte behandelt, oben gewohnt. Drei Welten unter einem Dach. Eine Lösung, die sie verbindet.